Zum Thermoformen von vernetztem Polyamid

Suche


Andreas Seefried

Das Thermoformen ist neben dem Spritzgießen und der Extrusion eines der bedeutendsten Kunst-stoffverarbeitungsverfahren. Die werkstoff- und prozessabhängigen thermomechanischen Eigenschaften wie z.B. Schmelzesteifigkeit oder Dehnverhalten sowie die Bauteilgeometrie beeinflussen die resultierenden Bauteileigenschaften wie z.B. die Wanddickenhomogenität maßgeblich. Eine für den Prozess ausreichende Verformbarkeit der Halbzeuge ist dabei im Bereich um oder über der Kristallitschmelztemperatur teilkristalliner Thermoplaste gegeben, bei amorphen Thermoplasten muss lediglich die Glasübergangstemperatur überschritten werden. Aufgrund des rascheren Abfalls der Steifigkeit mit dem Kristallitschmelzen sind die resultierenden Verarbeitungstemperaturfenster für teilkristalline Thermoplaste in der Regel deutlich enger, was bislang amorphe Thermoplaste für den Einsatz im Thermoformen begünstigt.

Bisher ist die Verfügbarkeit von technischen teilkristallinen Thermoplasten die den Anforderungen des Thermoformprozesses genügen stark begrenzt, was die Entwicklung technischer thermogeformter Bauteile hemmt.

Im Rahmen dieser Arbeit sollen strahlenvernetzte teilkristalline Thermoplaste am Beispiel von Polyamid 12 im Thermoformprozess untersucht werden. Das durch die Vernetzung der Makromoleküle entstehende Netzwerk führt zu einer Erhöhung der Schmelzesteifigkeit. Dadurch können für technische Anwendungen interessante, aber bisher nicht thermoformbare Kunststoffe für diese Technologie verfügbar gemacht und in robusteren Prozessen homogenere Wanddickenverteilungen erreicht werden. Die weitgehend unbekannten Zusammenhänge zwischen den prozessrelevanten Werkstoffeigenschaften, wie dem dehnrheologischen Verhalten oder der Schmelzesteifigkeit dieser Kunststoffe, den Prozessparametern und den resultierenden Bauteileigenschaften werden in der vorliegenden Arbeit erforscht. Die Forschungsergebnisse sollen einen wesentlichen Beitrag für den Einsatz vernetzter teilkristalliner Thermoplaste für das Thermoformen leisten.

Seiten: 115

ISBN: 978-3-931864-63-7

Elemente

Kontakt zur Bestellung

Lydia Lanzl, M.Sc.